Sommerrodelbahn
Das Herzstück: Wo aus einem mutigen Traum Geschichte wurde
Ein Jahrhundert voller Kribbeln im Bauch und leuchtender Kinderaugen: Die Geschichte des Freizeitparks Sommerrodelbahn begann im Jahr 1926 mit einer Vision, die heute Kultstatus genießt. Die historische Rodelbahn ist weit mehr als nur ein Fahrgeschäft – sie ist der Kern und die Seele dessen, was das Ausflugsziel heute zum ältesten Freizeitpark Deutschlands macht. Mit jedem Meter Schiene und jedem Schlitten wurde hier vor 100 Jahren das Fundament für eine unvergleichliche Familientradition gelegt.
Ein Traum gegen alle Widerstände
Die Entstehung der Bahn ist eine Geschichte von unbändigem Mut und tiefer Leidenschaft. Der Gründer und Bergmann Hermann Derhake setzte seinerzeit alles auf eine Karte: Er verkaufte sein Haus und investierte sein gesamtes Hab und Gut in die Verwirklichung seines Traums. Er wählte einen idyllischen Hang im Teutoburger Wald aus und begann in mühevoller Eigenregie, die erste schienengeführte Sommerrodelbahn zu bauen.
Der Weg war gepflastert mit Hindernissen. Hermann Derhake wurde für seine Idee, Schlittenfahrten ganz ohne Schnee anzubieten, oft als „einfältig“ belächelt, und es wurden dem Vorhaben immer wieder Steine in den Weg gelegt. Doch mit echtem Bergmannsgeist leistete er Pionierarbeit. In Ibbenbüren wurde Geschichte geschrieben: Diese Anlage wurde zum stolzen Vorbild, an dem sich später alle anderen Rodelbahnen orientierten.
Ein Erbe über vier Generationen
Hermann Derhake selbst konnte die vollen Früchte seiner harten Arbeit zu Lebzeiten kaum noch ernten; er verstarb während des Zweiten Weltkriegs. Erst danach begann sein Lebenswerk, den verdienten Erfolg zu tragen. Sein Sohn Erich Derhake übernahm den Betrieb und führte ihn fortan gemeinsam mit seiner Frau Erna. Da es zu dieser Zeit keine vergleichbare Rodelbahn in ganz Deutschland gab, stieg die Bekanntheit durch Berichte in Funk und Fernsehen rasant an. In der dritten Generation leiteten Hermann Derhake und seine Frau Barbara den Betrieb mit derselben Leidenschaft weiter. Seit 2025 liegt die Zukunft des Parks nun in den Händen von Tochter Luisa Derhake, die das Familienunternehmen mit viel Herzblut in die nächste Ära führt.
Simpel, grandios und zeitlos
Obwohl die Welt um uns herum immer schneller wird, ist das Konzept der Rodelbahn über ein Jahrhundert hinweg bewusst unverändert geblieben. Denn der Erfolg gibt dieser Entscheidung recht: Die Idee ist so simpel wie grandios und hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Es braucht kein „Höher, Schneller, Weiter“ – das pure, ehrliche Rodelerlebnis ist nach wie vor ein unvergleichlicher Besuchermagnet, der Generationen verbindet.
Die wahre Geschichte des Rodelns auf mehreren Bahnen
Hinter der 100-jährigen Geschichte verbergen sich spannende Details, die oft Fragen aufwerfen:
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Das Experiment mit drei Bahnen: Ganz zu Beginn, im Jahr 1926, wurde tatsächlich versucht, auf drei Bahnen parallel zu rodeln. Dies war möglich, da das Rodelvergnügen damals überwiegend Erwachsenen vorbehalten war, denen man die nötige Vorsicht zutraute. Doch schnell zeigte sich die Tücke: Die Gefahr, im Auslaufbereich in die Quere der benachbarten Schlitten zu kommen, war zu hoch. Zudem war das Aufsetzen der Schlitten am Start viel zu aufwendig und unwirtschaftlich. Aus Sicherheitsgründen wurde die Anlage daher zügig auf zwei Bahnen zurückgebaut.
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Zwei Bahnen im Alltag: Auch nach dem Rückbau auf zwei Bahnen erwies sich ein gleichzeitiger Rodelbetrieb als unwirtschaftlich und zu unsicher. Daher liefen im normalen Betrieb nie beide Bahnen parallel.
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Der Zauber der Imagebilder: Warum sieht man auf nostalgischen Fotos oder in frühen Fernsehbeiträgen dennoch oft zwei aktive Bahnen? Das war ein charmanter Trick für die Kamera. Nur für Fernsehdrehs oder Fotoshootings wurden die Schlitten so positioniert, dass beide Bahnen „aktiv“ schienen, um eine besondere Dynamik zu erzeugen. Bei genauem Hinsehen erkennt man dies oft an unnatürlichen Sitzpositionen oder „fehlenden wehenden Frisuren“. Fakt ist: Um die Sicherheit der Gäste zu garantieren, wurde seit 1926 im regulären Betrieb niemals mehr als ein Schlitten pro Bahn gleichzeitig auf die Strecke gelassen.
Glanzvolles Jubiläum 2026
Pünktlich zum 100. Geburtstag im Mai 2026 erstrahlt das Herzstück der Anlage in neuem Glanz. Die historische Sommerrodelbahn wurde mit viel Liebe zum Detail saniert, um den Pioniergeist der Gründerzeit lebendig zu halten. Sie lädt dazu ein, in Erinnerungen zu schwelgen und das pure Rodelvergnügen frisch poliert in die nächsten hundert Jahre zu tragen.
Gut zu wissen: Um die Sicherheit der großen und kleinen Rodelfans sowie den Erhalt der historischen Holzschlitten zu gewährleisten, findet bei Regen, Schnee oder Frost kein Rodelbetrieb statt.
